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    ... bremen  ... artikel   19. Juni 2002  15:53
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Künast verteilt Millionen-Kuchen

Ministerin zeichnet den Verein „Weserland“ mit hohem Preisgeld aus


Von unserem Redakteur
Jürgen Hinrichs

Das mit den Leuchttürmen gefällt Renate Künast. „Eine schöne Idee“, sagt sie. So ein Leuchtturm weist die Richtung und darum soll es ja gehen bei dem Modellprojekt, das die Verbraucherschutzministerin gestern in Bremen-Nord mit 1,8 Millionen Euro bedacht hat. Geld, mit dem in den nächsten zwei Jahren Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Bremen und umzu in den sogenannten Leuchtturmprojekten ganz neue Allianzen eingehen sollen.
Künast hatte einen reich dotierten Wettbewerb ausgeschrieben, um ihre so oft postulierte Agrarwende in den Regionen zu verwurzeln. Von den über 200 Teilnehmern sind 18 übrig geblieben, eine davon: die Region „Weserland“ mit Bremen, Delmenhorst und den Landkreisen Osterholz, Verden und Wesermarsch. „Weserland“ ist ein Verein mit heute 77 Organisationen, die in ihrer Zusammensetzung so ziemlich alles abdecken, was in der Kette von Produktion, Verteilung und Verzehr von Lebensmitteln eine Rolle spielt: Bauer, Landfrau, Fleischer, Handel und Verbraucher. Dazu kommen Behörden, Umweltschützer und Bildungseinrichtungen. Sie nennen sich „Nordlichter“. Ihr gemeinsames Ziel: Mehr Transparenz in der Waren-Welt und eine Stärkung der Region.
Wissen, wo etwas her kommt. Den Landwirt kennen, der die Kartoffeln anbaut. Renate Künast hat zuletzt im Nitrofen-Skandal erfahren müssen, wie schwierig dieser Anspruch einzulösen ist. „Da wurde ausschließlich an den kurzfristigen Profit gedacht und überhaupt nicht mehr an den Verbraucherschutz“, beklagte sie.
Künast war für die Preisübergabe in die Kindertagesstätte Lüssum gekommen. Das hatten sich die „Nordlichter“ so ausgesucht, weil bei den „Lütten“ in Lüssum vieles schon so funktioniert, wie es sich das Projekt vorstellt. Die Kita-Küche der kurzen Wege nämlich, in der bevorzugt Produkte von regionalen Anbietern in den Topf kommen. 220 Essen werden hier täglich auf den Tisch gestellt. So viele, dass dann aber letztlich doch nicht alle Zutaten aus der Region bezogen werden können. Im Winter schon gar nicht. Also wird auch hier beim Großhandel bestellt. Und ein bisschen über das Internet. Ein Weg, den auch die „Nordlichter“ künftig verstärkt nutzen wollen, um eine Informations- und Transportlogistik für die Vermarktung regionaler Lebensmittel aufzubauen.
Doch es geht nicht um Lebensmittel allein. „Es geht um die Entwicklung des ländliches Raumes“, betont Künast. Und dazu gehört, zum Beispiel, auch der Tourismus. „Weserland“ hat hier zwei Projekte aufgelegt. Das eine kapriziert sich auf die Pferdewirtschaft in der Region. Landwirte, die sich auf Pferdezucht spezialisiert haben, sollen mehr noch als bisher ihre Höfe für Urlauber und Reitsportler öffnen. So wie überhaupt, darum kümmert sich das zweite Projekt, die Erlebniswelt Bauernhof noch viel stärker erschlossen werden könnte. In Hofläden zum Beispiel oder bei Stall-Führungen.
Eine runde Sache, wenn es klappt, was die „Nordlichter“ sich vorgenommen haben. Und eckig die riesige Torte, die Renate Künast nach der kleinen Feierstunde anschneiden durfte. 25 magenschwere Kilo aus Erdbeermark, Marzipan und Biskuit. Alles aus „Weserland“. Die Region hat eben Pfunde, mit denen sie wuchern kann.



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